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Alles was man über das Eierlesefest wissen muss

Wir suchen ...

… Gegenstände für die Ausstellung:

Fischereizubehör, Weinlesebütten, Dreschflegel, eine Sense mit Fang, Hacken (dreizinkige "Karsch"), Gabeln, Harken, Rechen, Hauen und eine Rahmenegge mit Holzzinken.

Ausserdem Waschzuber, ein Wäscheregal, Töpfe und Pfannen, die auf einen alten Herd passen, Geschirr und alte (historische) Kleidung.

Dringend benötigt werden Schneiderpuppen, an denen Kleider drapiert werden können.

Wer so etwas oder ähnliches hat und für die Ausstellung zur Verfügung stellen möchte, darf sich gerne bei Frau Gorre melden (Kontakt).

Der historische Umzug

Der historische Umzug zeigt Szenen aus dem Alltagsleben und der langen Geschichte von Dettingen-Wallhausen. Dafür werden viele Teilnehmer und Helfer gesucht. Infos zu den einzelnen Themen wie z.B. über die Bürgerwehr, den Pfarrer, der verbotenerweise Wein ausgeschenkt hat, den legendären Kapitän Franz Romer oder den Widerstand gegen die Eingemeindung nach Konstanz gibt es hier...


Aus der Festschrift zum Eierlesefest vor dreißig Jahren

Im Brauchtum und Volksglauben vieler Völker gilt das Ei als Sinnbild der Fruchtbarkeit und der Auferstehung. Alle wesentlichen Anlagen für die Entwicklung eines jungen Lebewesens sind in ihm enthalten. So spielte das Ei als Symbol der neu erwachten Natur schon sehr früh eine besondere Rolle.

Wir können uns wohl kaum vorstellen, wie groß die Freude der Menschen noch im Mittelalter war, als es endlich wieder wärmer wurde und die ersten Blumen und Blätter sich entwickelten. Man kam zusammen, freute sich, sang, tanzte, spielte und versteckte Eier und ließ sie suchen. Der Frühling, das neue Leben wurde so symbolisch entdeckt. Überall entstanden die verschiedensten Bräuche um dieses Frühlingsfest.

In Dettingen gibt es das Fest des „Eierlesens“. (Mit „lesen“ ist analog zur Weinlese ein Sammeln, Aufheben und An-sich-nehmen gemeint.) Zu diesem Fest, das in etwa 10-jährigen Abständen gefeiert wurde, kamen Schaulustige aus der ganzen Umgebung zusammen.

Aufklappen…

Jung und alt versammelte sich beim Gasthaus „Kreuz“. Geschmückte Pferde und Ochsengespanne wurden durchs Dorf geführt. Man sang, trank vom selbstgekelterten Wein (noch 1925 hatte Dettingen 13 ha Rebland!) und tanzte viel. Im Mittelpunkt des Festes standen früher wohl Darbietungen kurzer, unterhaltender oder nachdenklicher Begebenheiten aus dem Leben des Volkes oder kleine Ritterspiele. Den älteren Dettingern ist das historische Heimatspiel aus der Dorfgeschichte von Tettingen von Georg Schnopp bekannt, das er nach einer Sage aus dem 14. Jahrhundert geschrieben hatte. Aus dem Spiel erwächst ein Wettlauf zwischen einem jungen Burschen aus Dettingen zu Fuß und einem Knappen des Burgherrn zu Pferde. (Die Variation mit einem Fahrrad hat es auch schon gegeben). Der Preis für den schließlich siegenden Dettinger Läufer war in einem Spiel von Schnopp ein Reigen mit der Tochter des Burgherrn von Tettingen, in einem anderen desselben Autors der Erlaß des Klosterzehnts, das heißt, der Klostergarben und der Weinpfründe (12 Ohm Wein, also ca. 1800l) für ein Jahr durch den Abt des Benediktinerklosters Reichenau.

 Während dieses Laufens nun fand eine wohl sehr unterhaltsame Veranstaltung statt: Hartgesottene Eier wurden von geübten Burschen vom Gasthaus „Kreuz“ in Richtung Konstanzer Straße geworfen, und mancher Wurf ging bis hin zur St.-Verena-Kirche. Beim Werfen wechselten sich mehrere junge Männer ab. Geworfen wurde wie auf ein Ziel. In Steinwurfweite standen Partner, die in flachen gepolsterten Weidenkörben die Eier aufzufangen versuchten, was nicht immer gelang. Gute Werfer konnten die Eier auch fast senkrecht nach oben werfen, so dass sie in einem Umkreis von nur 2 Metern wieder herabfielen. Viel Beifall gab es für besonders gute Würfe, aber auch für geschicktes Auffangen. Aus Jux wurden auch schon einmal rohe Eier, die besonders gekennzeichnet waren, in das Publikum geworfen oder auf sogenannte „Schwarzseher“, die, ohne Eintritt bezahlt zu haben, aus den Fenstern oder von den benachbarten Dächern herabschauten. Der Spaß war vorbei, wenn die Wettläufer zurückkehrten. Das Fest klang mit Gesang und Tanz bis spät in die Nacht hinein aus. Das letzte „Eierlesen“ fand 1961 statt (es wurde 1982 zur 1250-Jahr-Feier von Dettingen wieder eingeführt).

Ulrich Beck

Eierwurf 1950

Begeisterte Zuschauer verfolgen den Eierwurf am Eierlesefest 1950. Die meisten haben den Eintritt bezahlt und tragen die Anstecknadel, sie müssen sich also nicht vor den rohen Eiern fürchten.

Weniger…

Eierlesefest nur in Dettingen?

Früher waren Eierlesefeste gang und gäbe, heute findet man sie bei uns nur noch selten. Verbreiteter sind sie noch in der Schweiz z.B wird in Oberriet im St. Galler Rheintal alle 5 Jahre gefeiert. Eiergelesen wird aber auch in Kiebingen bei Rottenburg und in Unterfranken kennt man noch den Remlinger Eierlauf. 
Eierlesefest Oberriet   Eierleset Effingen   Eierleset auf Wikipedia   Immaterielles Kulturerbe der Schweiz: Eierläset   Eierlesen Kiebingen   Remlinger Eierlauf

Geschichte von Dettingen-Wallhausen

Die wichtigsten Jahreszahlen aus der Geschichte von Dettingen-Wallhausen und woher kommt eigentlich das Ortswappen?

zur Geschichte des Ortes

Presse

Wie war das Eierlesefest 2012 und was wurde schon über das kommende Eierlesefest berichtet?

zu den Presseartikeln

Kulinarisches

Was macht man aus Eiern? Kuchen ist immer eine gute Idee, deshalb gibt es den Eierlesefestkuchen.

zum Rezept

Sponsoren

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Sponsoren!